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Heilfasten
Als Heilfasten wird ein Fasten verstanden, das zu einem höheren Wohlbefinden oder verbesserter Gesundheit führen soll. Seine vermuteten positiven gesundheitlichen Eigenschaften sind wissenschaftlich überwiegend nicht belegt. Es zählt daher mehr der psychologische Aspekt der "Erfahrung Fasten".
Neben einigen älteren Kur- und Fastenformen (siehe Pfarrer Kneipp) haben sich im 20. Jahrhundert zahlreiche ärztlich begleitete Formen des Fastens mit erwünschter „Entschlackung“ oder „Regeneration“ von Körper und Seele etabliert. Gemeinsam ist diesen, dass sie einige Tage der Vorbereitung erfordern, eine gezielte Darmentleerung anstreben und täglich etwa drei Liter zu trinken sind. Vorherige oder begleitende ärztliche Untersuchungen minimieren mögliche Risiken, und das Ende des Heilfastens (früher Fastenbrechen genannt) wird behutsam gestaltet.
Während der Fastenzeit kommt es zu einer Anpassung an den Nährstoffmangel – der sogenannten Hungeradaptation. Der Hungerstoffwechsel stellt eher eine Belastung und Mangel-(Selbst-)ernährung dar. Man kann sich eine solche Umstellung als ein Schalten zwischen zwei Körperbetriebsarten vorstellen: zum einen die Versorgung durch regelmäßige abwechslungsreiche Nahrungsaufnahme und zum anderen das Fasten mit keiner Nährstoffaufnahme und Versorgung durch wenige monotone Körperreserven mit der Ansammlung von Stoffwechselschlacken.
Heilfasten ist eine Form des nicht religiös motivierten Fastens und soll zumeist der „Entschlackung“, „Entgiftung“ oder Regeneration des Körpers dienen. Oft ist damit auch der Wunsch nach einer „seelischen Reinigung“ verbunden.

Arten des Heil-Fastens
Es gibt verschiedene Arten des Heilfastens:
* Beim Buchinger-Heilfasten (Otto Buchinger, deutscher Arzt, 1878–1966) wird mit Gemüsebrühe und Säften eine geringe Menge Kalorien, Vitamine und Mineralien zugeführt. Das verringert die Belastung für den Stoffwechsel. Hinzu kommen Einläufe, die der Darmreinigung dienen sollen.
* Beim Fasten nach Mayr (Franz-Xaver-Mayr-Kur), gibt es außerdem zweimal täglich altbackene Brötchen mit etwas Milch.
* Beim Saftfasten werden nur Obst- und Gemüsesäfte getrunken.
* Beim eiweißergänzten (modifizierten) Fasten wird täglich ein Quantum Buttermilch oder ein spezielles Eiweißkonzentrat (Ulmer Trunk) verzehrt. Dies soll große Eiweißverluste des Körpers verhindern und ihn veranlassen, mehr Fett als Eiweiß abzubauen.
* Beim Molke-Fasten wird auf die Aufnahme fester Nahrung komplett verzichtet. Man nimmt über den Tag verteilt 1 Liter Molke zu sich (soll den Eiweißverlust des Körpers reduzieren), ferner 0,5 Liter Obstsaft (Vitamine, Mineralien und Kalorien) und 3 Liter kohlensäurefreies Wasser (soll bestimmte Körperfunktionen und die sogenannte Entschlackung und Entgiftung fördern und das Hungergefühl reduzieren). Zusätzlich wird hierbei jeden Morgen ein Glas (0,2 Liter) Sauerkraut- oder Pflaumensaft getrunken. Er soll den Darm „reinigen“ und helfen, angenommene Schadstoffe aus dem Körper zu entfernen.
* Beim Teefasten wird ebenfalls auf feste Nahrung verzichtet, aber auch auf das Trinken von Säften. Man trinkt ausschließlich Tee und (kohlensäurearmes oder -loses) Wasser. Diese extremere Form des Fastens wird von Ärzten und einschlägigen Büchern nur vollkommen gesunden Menschen erlaubt bzw. empfohlen.
* Auch die Schrothkur gilt als Fastenkur. Hier wechseln sich Trinktage und so genannte Trockentage ab.
Körperliche Vorgänge
Wenn dem Körper keine Nahrung zugeführt wird, schaltet er nach ein bis zwei Tagen auf den so genannten Hungerstoffwechsel um, bei dem so wenig Energie wie möglich verbraucht wird. Beim Fasten sinkt der Blutdruck, der Kreislauf und das Herz werden entlastet, der Körper wird entwässert und das Atmen wird evtl. leichter. Es gibt jedoch auch Mediziner, die das Fasten als starke körperliche Belastung und nicht Entlastung bezeichnen und es daher nur Gesunden empfehlen, wenn überhaupt. Nach mehreren Tagen werden die Eiweiß- und Fettreserven des Körpers allmählich aufgelöst. Bei diesen Stoffwechselvorgängen bilden sich Ketokörper wie Azeton, erkennbar an Mund- und Körpergeruch. Bei längerem Fasten schüttet der Körper auch Endorphine aus, um die "Hungerphase" erträglicher zu machen. Pro Tag verlieren Fastende im Durchschnitt etwa 400 Gramm Gewicht, am Anfang allerdings vor allem Eiweiß und damit Muskelsubstanz, sofern kein Eiweiß zugeführt wird. Bei einer kurzen Fastendauer kann dieser Verlust allerdings in kurzer Zeit wieder ausgeglichen werden. Mehrwöchiges Fasten kann jedoch auch den Herzmuskel angreifen.
Fasten rege nach Studien das Immunsystem an. Nach längerer Fastenzeit nimmt die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems jedoch ab. Fasten kann entzündliches Rheuma bessern. Alle durch die Ernährung beeinflussbaren Krankheiten können durch das Fasten angeblich beeinflusst werden.
Wesentlich für den gesundheitlichen Effekt des Fastens seien die Vorbereitungstage, die Darmentleerung und auch das Fastenbrechen mit einem vorsichtigen Kostaufbau bis zur Normalkost.
Vorbereitungstage
An den ein bis zwei Vorbereitungstagen wird schon nur sehr wenig gegessen. Auch ist die Kost normalerweise fettarm und ballaststoffhaltig und auf Süßwaren und Genussmittel wird bereits verzichtet. Viele verzichten sogar schon in der ganzen Woche vor dem Fasten auf Süßwaren, Fleisch und/oder sehr fetthaltige Nahrung.
Darmentleerung
Zur Darmentleerung sind grundsätzlich zwei Methoden verbreitet, die sich wiederum in verschiedene Variationen aufspalten.
* Einlauf (Klistier): Es wird eine hyperosmolare Flüssigkeit über den Mastdarm in den Darm eingebracht. Durch die Hyperosmolarität wird Wasser im Darminneren gebunden und ein Entleerungsreiz ausgelöst.
* Abführmittel: Hier gibt es mehrere Mittel, zum Beispiel Glaubersalz oder das jenem ähnliche F.X.-Passage-Salz.
Kontraindikationen
Obwohl viele Ratgeber das Heilfasten empfehlen, raten viele Ärzte von dieser Methode ab. Kurzfristig heilfasten sollten nur gesunde Menschen, vor längeren Fastenkuren ohne ärztliche Überwachung wird gewarnt.
Bestimmte Gruppen von Menschen sollen nicht fasten:
* Schwangere und stillende Frauen
* Menschen mit Blutungsneigung, also Bluter
* Kinder unter 10 Jahren
* Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion
* Menschen mit Durchblutungsstörungen des Gehirns
* Typ-1-Diabetiker
* Krebskranke
* Untergewichtige
Menschen mit psychischen Krankheiten sollten ihren Arzt befragen, bevor sie fasten.
Gästebuch
Dienstag, 06-03-12 00:10
Karla Haller:
Gerade noch gefastet und schon wieder vorbei. Ende Februar 2012 auf dem Bachtelhof habe ich eine wunderbare Woche verbracht. Es stimmte alles. Danke Gabi und Manfed für Eure gastfreundliche Aufnahme in [...]
Fastenkur in Bayern 2012
19.05. - 26.05.2012 Ausgebucht
02.06. - 09.06.2012 Ausgebucht
09.06. - 16.06.2012
30.06. - 07.07.2012
14.07. - 21.07.2012
28.07. - 04.08.2012
11.08. - 18.08.2012
25.08. - 01.09.2012 / 01.09. - 08.09.2012
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